Was ist eigentlich dieses Commitment?

Heute war ich auf dem Liberating Stuctures Meetup zum Thema Commitment. Das ist auch so ein interessantes Plastikwort, wo jeder sagt „Ja klar, Commitment. Wollen wir. Brauchen wir.“ Jetzt bin ich kein großer Freund davon die eine Wahrheit bei einer Begriffsdefinition für mich zu beanspruchen und gleichzeitig gibt es ja durchaus interessante Aspekte, auf die wir uns vielleicht einigen können.

Den Begriff finde ich an sich vor allem deshalb so spannend, weil er ja immer wieder zu den agilen Werten gezählt wird – wo auch immer die jetzt herkommen. Ganz konkret ist jedenfalls im Scrum Guide die Rede von Commitment und wie wichtig das ist. Es ist also eine gute Idee seinem Scrum Team zu sagen, dass es notwendig ist, dass sie commited sind. Nur was heißt das jetzt eigentlich.

Genau da ist schon ein wesentlicher Punkt. Für mich kann Commitment nur aus mir selbst heraus entstehen. Für mich ist Commitment etwas, wozu ich mich aus freien Stücken entscheide. Es kann also eben nicht von außen entschieden werden, ob ich committed bin.

Es gibt ja auch immer wieder die Leute die meinen alles übersetzen zu müssen. Da kommt dann sowas wie Selbstverpflichtung heraus. Meiner Meinung nach passt das nicht zu Commitment, weil für viele Menschen Verpflichtung und damit Selbstverpflichtung negativ konnotiert ist. Commitment hingegen ist etwas positives, worüber man sich freut. Auch Engagement habe ich als Übersetzung gesehen und auch das passt irgendwie nicht. Zu committment gehört für mich eben auch manchmal, es doch noch durchzuziehen, auch wenn ich nicht mehr so engagiert oder motiviert dabei bin. Da passt dann die Verpflichtung wieder besser. Deshalb vielleicht einfach nicht übersetzen. Das machen wir im agilen Kontext tendenziell ja eh lieber nicht – genau um diese Uneindeutigkeiten zu minimieren.

Da bin ich jetzt gerade an der Motivation vorbeigekommen. Commitment scheint auch weiterzugehen, wenn die Motivation weg ist. Spontan würde ich andersrum jedoch sagen, dass Motivation mit Commitment startet. Erst wenn ich mich zu etwas committe bin ich motiviert dabei. Der ist jetzt vielleicht auch zu einfach, weil Commitment dafür wiederum zu schwammig ist.

Faszinierend wie viele Aspekte da zusammenkommen und das ist nicht annähernd alles, was wir auf dem MeetUp dazu rausgefunden haben. Das ist ja ein generelles Problem bei so Worten die nicht anfassbar sind. Vertrauen, Projekt, Verantwortung, Transparenz. Jeder versteht unter solchen Worten etwas anderes.

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