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Zusammenarbeit mit dem Kunden mehr als Vertragsverhandlung

Zusammenarbeit mit dem Kunden mehr als Vertragsverhandlung

Das dritte Wertepaar aus dem agilen Manifest fokussiert auf den Kunden. Durch die vielen Probleme mit klassischen Wasserfallansätzen und dem Versuch die Zukunft in Projekten vorherzusehen (vertragliche Festlegung von Zeit, Kosten und Umfang), entstanden immer mehr Konflikte zwischen der IT und ihren Kunden. Das wurde über einen langen Zeitraum durch immer härtere und detaillierte Verträge geregelt, mit denen beide Seiten versucht haben sich abzusichern. Im Kern kann das natürlich gar nicht funktionieren, da in komplexen Umgebungen einfach nicht vorherzusagen ist, wie sich alles entwickeln wird. Der agile Ansatz ist deshalb ganz klar: Bei Problemen wird miteinander geredet und die beste Lösung für alle Beteiligten gefunden.

In der Theorie ist das natürlich leicht gesagt, in der Praxis braucht es da viel Vertrauen. Schließlich geht es auch um eine Menge Geld. Nur in der Praxis habe ich als Kunde nichts davon, wenn ich mir ein exaktes Endprodukt vertraglich absichern lasse zu einem festen Preis, wenn sich z.B. auf dem Weg dahin herausstellt, dass dies so nicht zu realisieren ist oder der Markt sich während des Projektverlaufs so stark ändert, dass das Produkt nicht mehr für die aktuelle Marktsituation passt. Andersrum bringt es mir als IT nichts, mir das Budget (und damit den potenziellen Gewinn) vertraglich zusichern zu lassen und den Umfang zu fixieren, um z.B. der schleichenden Vergrößerung von Projekten entgegenzuwirken, wenn danach zwar der Gewinn da ist, nur das Produkt nicht oder nicht richtig genutzt werden kann und der Kunde entsprechend unzufrieden ist. Deshalb gilt grundsätzlich: Erzeuge Win-Win Situationen. Agil sein bedeutet, die Komplexität anzunehmen und damit umzugehen. Damit wird ein ganz wesentlicher Marktvorteil geschaffen, da die Konkurrenten noch mit vertraglichen Streitereien beschäftigt sind, während in der agilen Welt einfach das Beste aus der aktuellen Situation gemacht wird.

Es muss möglich sein, fortlaufend während eines Projekts Änderungen an den geplanten und bereits umgesetzten Anforderungen zu machen, um schnell am Markt reagieren zu können. Dazu ist auch eine direkte Einbindung des Kunden (und insbesondere den echten Nutzern) wichtig, um direkt Feedback einzuholen. Lasten- und Pflichtenheft sind da völlig untauglich, weil sie nie die Realität wirklich widerspiegeln. Deshalb müssen IT und Kunden sich als Partner betrachten und gemeinschaftlich sich fortlaufend darauf konzentrieren stets den bestmöglichen Nutzen für alle Beteiligten zu schaffen.

Ein Gedanke zu „Zusammenarbeit mit dem Kunden mehr als Vertragsverhandlung“

  1. Pingback: Reagieren auf Veränderung mehr als Befolgen eines Plans – Matthias Kuchem

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