Führung ohne operative Tätigkeiten

Ich bin im Konzern auch immer wieder deshalb aufgefallen, weil ich mich nicht über meine Fachtätigkeiten als Entwickler profiliert habe. Als Gruppenleiter habe ich konsequent nicht mit entwickelt. Meine Ansicht dazu ist ganz einfach: Jede Minute die ich mit Entwicklung verbringe, ist eine Minute, in denen ich meine Mitarbeiter nicht unterstützen kann. Es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass mein Entwicklungsteam so effektiv wie möglich ist. Dazu räume ich Probleme aus dem Weg, helfe den Kollegen sich zu entwickeln, coache und berate sie bezüglich diverser Themen, kurzum: Ich bin für sie da und das ist mir wichtig.

Jetzt muss ich vielleicht dazu sagen, dass die Gruppe von der ich hier rede aus 12 festangestellten Mitarbeitern, einem dualen Studenten und 4 Externen Mitarbeitern besteht. Die Führungsspanne ist also auch nicht gerade klein. Meiner Meinung nach sogar viel zu groß. Ich finde 8 Mitarbeiter ist eine gute Größe für eine Führungskraft. 12 Mitarbeiter sollte das äußerste Maximum sein. Natürlich hängt die Menge des operativen Geschäfts durch die Führungskraft auch von der Führungsspanne ab. Bei nur 3 Mitarbeitern, erwarte ich natürlich, dass auch der Chef operativ mitarbeitet.

Immer wieder höre ich von Führungskräften, die operativ mitarbeiten, dass sie Probleme haben, weil sie keine Zeit finden, sich (ausreichend) um ihre Mitarbeiter zu kümmern. Die Arbeitslast sei einfach zu groß. Das ist ein ganz wichtiger und spannender Punkt, denn in der Aussage steckt eine Priorität: Die operative Tätigkeit ist wichtiger, als die Führungsaufgabe. Da steckt für mich der Knackpunkt. Die Prioritäten sind grundlegend falsch gesetzt.

Ja natürlich muss die Arbeit fertig werden. Nur was passiert denn mithilfe dieser Priorität auf Dauer? Der Chef rennt einem Problem nach dem anderen hinterher, damit die Arbeit fertig wird. Die Mitarbeiter werden dadurch nicht effektiver, im Gegenteil. Es besteht eine massive Gefahr von Demotivation der Mitarbeiter. Dadurch verschlimmert sich das Problem nur noch und es beginnt eine Abwärtsspirale. Am Ende sieht natürlich auch die Führungskraft die Probleme mit der Führung und dass die Mitarbeiter Aufmerksamkeit brauchen. Nur da sind ja längst alle im Überlebensmodus und wollen nicht unter der Arbeitslast zusammenbrechen.

Eine Antwort zu “Führung ohne operative Tätigkeiten”

  1. […] hier sind wir wieder an einer ähnlichen Stelle, an der ich schon bei dem Artikel über Führung ohne operative Tätigkeiten war. Das ist für mich eine Frage der Prioritäten. Zwei Stunden pro Woche sind fünf Prozent der […]

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.