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Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge

Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge

An meinem ersten Arbeitstag bei einem meiner Arbeitgeber, hatte ich Probleme mit der mir zur Verfügung gestellten Tastatur. Ich habe sofort vorgeschlagen, dass ich meine eigene Tastatur mitbringe. Leider wurde mir mitgeteilt, dass dies nicht möglich sei – aus Sicherheits- und was auch immer für komischen Gründen. Es sei auch nicht möglich mir eine neue oder andere Tastatur bereitzustellen, weil ich ja bereits eine habe und überhaupt sei man ja so stolz darauf, dass es nur einen Tastaturtyp gibt. Alles in der IT ist schön standardisiert. Dieser Problemfall war im Prozess einfach nicht vorgesehen und es hat viel Mühe gekostet jemand zu finden, der mir in dem Fall helfen konnte. Du kannst dir vorstellen, wie begeistert ich war, was für Probleme ich wegen einer Tastatur hatte.

Das erste Wertepaar im Manifest für agile Softwareentwicklung ist „Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge“. Hier kann man gut sehen, dass das agile Manifest auch als Gegenbewegung zu den Effizienz- und Optimierungsversuchen im Bereich der IT in den 90ern entstanden ist. Damit eben so Fälle wie der oben geschilderte gar nicht erst entstehen. Der Kunde, Benutzer und andere beteiligte Personen sollten immer wichtiger sein, als irgendwelche Tools. Die Prozesse sollen eine Unterstützung sein, nicht etwas, um das man herumarbeiten muss. Bitte nicht falsch verstehen – das ist kein Plädoyer für das Entfallen von Prozessen und jeder macht was er will. Stattdessen brauchen wir Prozesse für die Standardfälle und Prozesse zur Unterstützung aller Beteiligten mit gleichzeitiger Möglichkeit, bewusst aus den Prozessen ausbrechen zu können, wenn dies notwendig ist.

In der heutigen Zeit ist das natürlich nicht so einfach, schließlich müssen auch Dinge wie Compliance berücksichtigt werden. Dementsprechend wichtig wird die Dokumentation der Prozesse, so dass jeder nachvollziehen kann, welchen Zweck der Prozess erfüllt und was alles berücksichtigt werden muss, so dass auch in einem Sonderfall alle Rahmenbedingungen überblickt werden können. Die vorhandenen Tools und Prozesse können dann als Angebot genutzt werden, so dass die Beteiligten bestmöglich unterstützt werden. Wenn das jedoch nicht auf den Anwendungsfall passt, sind alle Informationen parat, um eine bessere Lösung zu finden. Das fördert die kontinuierliche Verbesserung, bietet ein passendes Umfeld für Innovation und spricht die intrinsische Motivation der Mitarbeiter an.

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