Schätzen ist wertvoll, Schätzungen sind es nicht

Ich bin tendenziell für #NoEstimates, also keine Schätzungen zu benutzen und gleichzeitig ich bin dafür im Team zu schätzen. Wie passt das zusammen? Schätzen ist ein total wichtiger Vorgang, nur eben nicht für das Ergebnis. Was machen wir denn beim Schätzen? Wir klären, worum es überhaupt geht und stellen damit ein gemeinsames Verständnis her. Auch das schätzen der Komplexität oder des Aufwands sorgt für ein gemeinsames Verständnis, da über große Abweichungen der Schätzungen der einzelnen Teammitglieder gesprochen wird. Damit werden häufig Vorannahmen und Missverständnisse aufgedeckt. Das alles ist wesentlich zur Auftragsklärung und trägt zur erfolgreichen Umsetzung bei.

Schätzungen hingegen sind dann nicht mehr wertvoll. Sie werden meist dazu genutzt, das Team festzunageln und jemand verantwortlich zu machen, wenn die Schätzung daneben lag. Dabei wissen wir aus so vielen Untersuchungen (Cone of Uncertainty, Link zu Wikipedia), dass wir Menschen einfach nicht gut schätzen können. Das relative Schätzen aus dem agilen Kontext ist da schon wesentlich besser und auch da ist es eben nur eine Schätzung. Da wir für gewöhnlich über komplexe Umgebungen sprechen, können wir die Zukunft nicht voraussagen, egal wie lange wir analysieren und diskutieren. Erst wenn die Aufgabe erledigt haben, wissen wir, wieso das Alles wie zustande gekommen ist.

Natürlich ist das alles nicht so Schwarz-Weiß. Das Team weiß natürlich, was es in etwa geschätzt hat und kann im Nachhinein feststellen, ob sie grob daneben lagen. Für sie kann das hilfreich sein, um mithilfe von Erfahrung etwas besser zu werden im Schätzen. Außerdem hilft es grundsätzlich dem Product Owner bei der Priorisierung. Nur hier reden wir definitiv über so Schätzungen der Größenordnung klein, mittel, groß, mega groß. Dafür braucht es dann keine Schätzungen im Sinne von Zahlen und es reicht das Bauchgefühl des Teams vollkommen aus.

Wie siehst du das? Hast du gute oder schlechte Erfahrungen mit Schätzungen gemacht? Schreib es in die Kommentare!

Eine Antwort zu “Schätzen ist wertvoll, Schätzungen sind es nicht”

  1. […] das liebe Thema schätzen auf. Da bin ich ja kürzlich auch hier drauf eingegangen im Artikel „Schätzen ist wertvoll, Schätzungen sind es nicht“. Das ist ein Satz der da auch wieder viel Anklang gefunden hat. Was ich bei den Gesprächen rund […]

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